Da wir ein Empfehlungs-Schreiben von NCR in der Schweiz wurden wir aber erst einmal da vorstellig.
Mit dem Empfehlungsschreiben in der Hand hatten wir einen Termin beim damaligen Direktor ein Schweizer und Studienkollege des Vaters meines Freundes. Er empfing uns auch sehr freundlich, lud uns zum Essen ein aber Job hatte er keinen für uns, die lieben Englisch-Kenntnisse waren eben auch nicht ausreichend. Er versprach uns aber einen JOB, sobald wir uns besser mit den Kunden verständigen könnten. (Als wir dann 6 oder 7 Monate später antrabten war er in Pension gegangen und man sagte uns sie hätten die letzten 6 Monate nur einen Gärtner eingestellt).
Aber ich will nicht vorgreifen. Wir machten uns also weiter auf Jobsuche. Wir wurden auch bald fündig, eine Firma die Gyros (Kreiselkompasse) für die Amerikanische Rüstung herstellte suchte Europäsche Fachkräfte. Wir stellten uns da vor, sie zeigten uns auch die Elektro-Labors und Testräume alles sehr schön und wir konnten am folgenden Montag anfangen. Als wir da nach fast 2 Stunden Fahrzeit mit dem Bus, der U-Bahn und noch 2 mal Umsteigen auf andere Busse ankamen waren wir dann doch überrascht als wir den neuen Arbeitsplatz zugewiesen kamen. Mein Kumpel an einer Revolver-Drehbank, ich an einer programmierbaren-Fräsmaschine. Als wir protestierten antwortete der deutsche Betriebsleiter er kenne unsere Ausbildungs-Methoden in der Schweiz ganz genau und daher könne er uns sehr gut an diesen Maschinen einsetzen, für die Test-Labors hätten sie genügend andere Leute. Also so sah das aus, 3.5 Stunden Fahrzeit jeden Tag hin und zurück und dann so ein “Traumjob”. Alles reklamieren half nichts, wir mussten erst mal da durch. Als wir uns an die Arbeit machten gab’s sehr schnell Knatsch mit den kanadischen Arbeits-Kollegen, da die uns sehr genau beobachteten. Die stellten fest, dass wir mit unseren verbesserten Methoden schnell viel mehr Teile herstellten als sie war die Freundschaft dahin. Da wir sogar Drohungen erhielten, gab’s nur eine Lösung, eine Stunde arbeiten, 30 Minuten Pause (Krimi lesen auf der Toilette) ect.. nur damit der Frieden im Haus blieb. In der Zwischenzeit haben wir von Deutschen erfahren, dass es eine Möglichkeit für “Newcanadiens” wie wir ja hiessen gebe, von der wir sicher profitieren könnten. Diese Möglichkeit hiess ganz einfach zur Schule gehen auf Staatskosten.
Wir meldeten uns beim Adult-Education-Center und bekamen bald Bescheid, wir sollten die Tagesschule besuchen, 5 Tage Woche 9 - 5 bei regelmässigem Schulbesuch gab es $ 35.00 die Woche. Da wir ja bei meiner Tante recht günstig wohnen konnten, war das OK. Als wir unseren Superjob kündigten sagte uns der Betriebsleiter, dass wir wohl verrückt seien, kein vernünftiger Mensch würde seine Job auf den Winter hin kündigen, da es doch sonst schon viele Arbeitslose gebe. Wir sagten auch nicht, dass wir zur Schule gingen. Am letzten Tag nahm er mich Beiseite und sagten mir “und jetzt zeigst Du mir wie Du die Maschine eingerichtet hast, dass Du solche Stückzahlen machen konntest obwohl Du doch den halben Tag auf dem Klo verbracht hast. “ Ich habe dann nur geantwortet er hätte wohl besser selber mal an den Maschinen stehen sollen, da er sich ja so gut auskenne über die Schweizer Ausbildungs-Methoden. Obwohl er recht verärgert war über diese Antwort, meinte er ich könne ja wiederkommen wenn ich sonst nichts finde.
So gingen wir also immer brav zur Schule für die nächsten 6 Monate.
An den Wochenenden zog es uns aber immer wieder in die Ferne, so besuchten wir unter anderem die Niagara Fälle, Chicago, New York, Detroit usw.
Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis mit unseren "Counseloren" waren wir doch schon mal mit ihnen beim Skifahren oder bei Ausflügen in der Umgebung von Toronto. Sie rieten uns zu immer neuen Kursen, damit wir weiter zur Schule gehen konnten. Doch als wir dann bei Kursen zum Maschinenschreiben und Stenografie ankamen mussten wir doch etwas unternehmen. Es war in der Zwischenzeit Frühling geworden und wir brauchten eine Veränderung und da es wie gesagt keine Möglichkeit gab bei NCR unterzukommen hiess es wieder Zeitungsinserate studieren. So wurden wir auch schnell fündig, im Norden von Manitoba suchten sie Leute für die Instrumentierung in einer Nickelmine. Das war genau das richtige um unsere Abenteuerlust zu stillen.
Schon sassen wir im Zug, es ging den grossen Seen entlang nach Westen bis Winnipeg. Hier mussten wir umsteigen, jetzt ging es in Richtung Norden auf der Linie bis Chuchill an der Hudson Bay. Doch soweit mussten wir nicht fahren, in Eisenbahn Knotenpunkt von The Pas war erst mal Schluss. Der Ort gibt zwar nicht viel her, trotzdem erinnert eine Gedenktafel an den Besuch der Queen. Für uns hiess es erst einmal sich auf dem Rekrutierungsbüro der Mine anmelden. Mit allerhand Papierkram
















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